#playlist_ 10ForAMonth – November2K17

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Medien / Musik

Manchmal finde ich selber erstaunlich, wie die Listen entstehen und in welchem Zusammenhang sich dann die Bilder dazu“finden“. Meist ist es so, dass ich nach dem Fertigstellen der playlist durch meine Fotosammlung gehe und einfach darauf warte, welches Bild mich anspringt. Und scheinbar laufen doch unbewusst immer mehr Sachen ab als man denkt. Jedenfalls empfand ich das mich dieses Mal anspringende Bild plötzlich zu allen Songs passend. Eine Tür…ein Paar…was liegt dahinter…geht man zusammen durch die Tür…heißt das Leuchtzeichen, dass man nur gemeinsam hindurchgehen darf oder sogar soll?! Wie lassen sich die Songtexte dazu in Beziehung setzen?! Hypnotisch!

#article_ Ein Buch von Christian Kracht – Faserland

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Gesellschaft / Literatur

Ich bin neulich auf dieses Buch gestoßen, ich weiß nicht mehr warum und auf welchem Weg. Jedenfalls habe ich es nun in wenigen Tagen durchgelesen (kein Wunder, es ist relativ schmal). Es ist von 1995 und das soll an Information reichen. Wer mehr zu Verlag und Autor wissen möchte, dem sei der Wikipedia-Link empfohlen.

Eins vorweg, ich mochte das Buch sehr. Der Protagonist hat etwas, was ihn mir trotz aller im Buch beschriebenen Widerlichkeiten (durch und an ihm und von ihm erlebte), sympathisch und mitleidverdienend erleben lässt. Es spielt in einer Zeit, die mir aufgrund meines Alters vermutlich relativ nah ist. Wobei ich mit meiner ostdeutschen Vita wohl eher nicht von solchen Erlebnissen „betroffen“ sein konnte. Allerdings kannte ich zu der Zeit Menschen, bei denen ich mir ähnliches vorstellen konnte. Es geht aus meiner Sicht vor allem um Midtwenties nach der Wende, die im Westen (also gemeint nicht nur Westdeutschland) der 2. Nachkriegsgeneration angehörten und deren Elterngeneration auf welchen Wegen auch immer relativ große Vermögen angehäuft hatten. Und nun beschreibt Kracht, wie es diesen Kindern geht. Wie es ihnen geht mit der vielen Kohle, den großen Wohnungen in Hamburg, Frankfurt oder München, für die sie nichts können. Wie es ihnen geht, ohne irgendeine (im Buch sichtbare) Anwesenheit ihrer Eltern, ohne die Notwendigkeit für sich sorgen zu müssen, einfach nur da zu sein und wie schwer das ist, dieses Einfachnurdasein.

Vielleicht ist es gar kein Zufall, dass ich dieses Buch gerade jetzt in die Hände bekommen habe. In einer Zeit, wo auch im Osten die 2. Generation nach der Wende aufwächst, die zum Teil (sicher nicht zum größten) ähnliche Sinn-Krisen erleben wie im Buch beschrieben. In einer Zeit, wo an sich viel über Orientierung bzw. deren Abhandensein gesprochen wird. Ich fand das Buch jedenfalls absolut aktuell und man kann es heute sicher genauso lesen wie vor über 20 Jahren.

Irgendwie hat es mich auch an Stuckrad-Barre und Soloalbum erinnert. Ich weiß gar nicht mehr, worum es in Soloalbum ging. Aber ich meine der Stil von Stuckrad-Barre und Kracht ist ähnlich. Vielleicht sollte ich das als Anlass nehmen, Soloalbum nochmal aus dem Regal zu nehmen und zu entstauben.

P.S.: Übrigens ist meine Interpretation des Titels: alles zerfasert…nichts ist fest..belastbar..zuverlässig. Aber es gibt sicher noch viele andere Interpretationsmöglichkeiten, oder?

#playlist_ 10ForAFestival Lollapalooza Sep 2017

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Musik

In Spotify schon eine Weile veröffentlicht, mag ich die Liste hier nun auch noch einstellen. Der Titel spricht für sich. Im September war ich zum ersten Mal beim Lollpalooza und es war ein tolles Erlebnis. Das Wetter am ersten Tag war nicht ganz so toll, aber am zweiten Tag wurden wir dann mit Sonne entschädigt. Trotz einiger Probleme in der Logistik war es aus meiner Sicht ein sehr gelungenes Festival. Es muss nicht immer alles perfekt sein. In erster Linie war es ein Festival mit vielen gutgelaunten Menschen und wirklich hervorragenden Bands. Und nicht zuletzt war alles sicher und ohne Zwischenfälle verlaufen, was heutzutage ja leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

In der Liste findet ihr eine Zusammenstellung von einigen der Bands und Musiker vom Lollapalooza Berlin. Da ich mich auf 1o Titel beschränke, sind sicher nicht alle berücksichtigt. Aber es sind die, die ich bewusst wahrgenommen habe und die meisten davon meine Favs. Eine schöne Erinnerung einfach auch.

#article_ EISENHANS von Robert Bly

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Gesellschaft / Literatur

Heute geht es um ein Märchen. Ja richtig, ein Märchen.

Zugegeben allerdings nur um ein Buch, welches von einem Märchen handelt. Oder besser vielleicht, ein Buch, in welchem ein Märchen behandelt wird. Oder so!

Man merkt an meinen Anfangszeilen, dass es wohl nicht so ein „normales“ Buch, kein Roman ist. Und es wird noch besser. In diesem Buch geht es um die Mannwerdung. Also für mich zumindest ein eher ungewöhnliches Thema. Weniger aus meiner Biografie heraus (da ich ja einer bin), sonder eher in literarischer und psychologischer Hinsicht. Damit habe ich mich bisher noch nicht tiergehender beschäftigt. Ein Versäumnis, wie ich beim Lesen des Buches feststellen musste.

Also Bly erklärt die Entwicklung eines Jungen hin zu einem Mann anhand des alten Grimmschen Märchens vom „Eisenhans„. Zugegeben kein Märchen, welches ich aus meiner Kindheit kenne. Es ist mir hier zum ersten Mal begegnet. Und so im Nachhinein muss ich sagen, dass ich es als Kind vielleicht auch etwas seltsam gefunden hätte. Wobei das natürlich auch damit zu tun haben kann, dass ich grad über 300 Seiten gelesen habe, in denen dieses Märchen mehr oder weniger Zeile für Zeile von Bly „durchanalysiert“ wurde. Und dies tut er mit fast ausschließlichem Fokus auf den Mann als solchen und dessen Entwicklung. Bly ist amerikanischer Schriftsteller und ein Protagonist der frühen Männerbewegung (Wiki und seine Homepage).

Empfohlen hat mir das Buch Gunther Schmidt im Rahmen meiner aktuell laufenden Ausbildung zum hypnosystemischen Coach am „Meihei“ in Heidelberg. Ich bin wirklich dankbar für den Tipp! (Also richtigerweise hat er es der ganzen Kursgruppe empfohlen. Nicht dass hier falsche Vermutungen aufkommen.)

Denn in dem Buch erklärt Bly in wirklich allen Facetten, was bei der Entwicklung von Jungs zu Jugendlichen und Männern tatsächlich alles passiert. Und es wird auch deutlich, was Jungs brauchen, was eine „gute“ Entwicklung ausmacht und was in den heutigen Zeit im Vergleich zu früher vielleicht auch fehlt. Und mit früher ist hier gemeint, wie eine solche Entwicklung vielleicht vor 100, 500 oder mehr Jahren ablief.

Dies alles schreibt Bly über große Strecken sehr anschaulich in guten Bildern (was durch den Märchenbezug an sich ja schon gegeben ist) und verständlicher Sprache. Manchmal ist es mir, insbesondere im Mittelteil des Buches, etwas zu langatmig geraten. Die gleichen Infos hätten sicher auch in 50 Seiten weniger gebracht werden können. Aber insgesamt tut dies dem Erkenntnisgewinn durch das Buch keinen Abbruch.

Ich hatte viele erhellende Aha-Effekte und vieles regt zum Nachdenken an. Zum Nachdenken über die eigene Entwicklung, die Rolle als Sohn, als Junge, aber genauso natürlich auch als Vater. Darüber welche Phasen dieser Mannwerdung man tatsächlich auch durchlaufen hat, wie diese sich angefühlt haben und ob man sie auch tatsächlich noch bewusst nachvollziehen kann. Eine schöne oder manchmal vielleicht auch nicht so schöne Reise also in die Vergangenheit.

Dementsprechend sei das Buch wirklich jedem Mann ans Herz gelegt, dem daran gelegen ist, etwas Licht in das manchmal eventuell vorhandene Dunkel der eigenen Entwicklung zu bringen. Gleichzeitig kann es einem in seiner Rolle als Vater auch helfen die Entwicklung der eigenen Söhne etwas besser zu verstehen. Aber natürlich gilt dies auch für unbedingt für die Mütter von diesen Söhnen. Vieles wird nach dem Lesen vielleicht auch für Mütter klarer und lässt das Verständnis für manch seltsame Chemie zwischen Vätern und Söhnen verstehbar(er) werden.

Und was ein besonders schöner Nebeneffekt dieses Buches ist: Ab jetzt wird man kein Märchen mehr „einfach so“ lesen und denken, was für eine nette Geschichte. Märchen sind scheinbar echte Menschengeschichte!