10ForAMonth – December

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Happy 25 Jahre Mauerfall – Sichtweisen?!

Ich sitze im Zug, draußen ist neblige Dämmerung. Viele mögen das nicht, ich weiß. Aber mir gefällt diese Stimmung! Perfekt, um sich mit dem Mauerfall zu beschäftigen?! NEIN! Natürlich nicht! Auch heute, so viele Jahre danach, kann ich mich täglich über dieses unglaubliche Ereignis und vor allem dessen Folgen freuen. Aber nun wisst ihr wo ich gerade sitze und wie es draußen aussieht.
Nichtsdestotrotz (also trotz der Freude) arbeitete dieses medial omnipräsente Mauerfalls-Wochenende noch in meinem Unterbewusstsein weiter. Ich war neulich gerade auf dem Weg ins Bad, als mir plötzlich etwas bewusst wurde. Ich vergegenwärtigte mir beim Duschen nochmal alle Sendungen, die ich in den Tagen vor dem Wochenende und an dem Wochenende gesehen hatte. Aber nein…es war kein Irrtum. Ich konnte es kaum fassen, aber es war tatsächlich ein Fakt. Es kamen immer nur “Ossis” zu Wort.
Nun habe ich sicher nicht alle Fernsehsendungen und Zeitungsberichte in diesen Tagen gesehen und gelesen, geschweige denn ausgewertet. Es ist also eine rein subjektive Wahrnehmung. Mir fiel wirklich nur eine Ausnahme ein: Bei Günther Jauch war neben dem Grenzoffizier von der Bornholmer Straße, dem unvermeidlichen Vorzeige-Ost-Sänger-Schauspieler (oder andersrum) Jan Josef Liefers und einer damals wie früher äußerst hysterischen, aber deswegen nicht umso weniger mutigen Frau, ein Journalist aus dem sog. Westen in der Runde. Die einzige Rolle, die ihm zukam, war die des Beobachters – damals beim Mauerfall und eigentlich auch da in der Sendung.
Klar sind westdeutsche (1989) Politiker zu Wort gekommen und haben ihre Sicht der damaligen Dinge kundgetan. Sie erzählten, was so hinter den Kulissen lief mit Gorbi und so, etc. Aber Bürger aus dem damaligen Westen kamen nicht zu Wort. Weder indem sie einfach mal zu ihren damaligen Empfindungen befragt wurden, noch dazu, ob sie eventuell auch mit zum Mauerfall beigetragen haben, indem sie ostdeutsche Untergrund- oder kirchliche Bewegungen unterstützt hätten. Und ich bin mir sicher, dass es solche Leute gab. Die einzigen, die aus dem Westen befragt wurden, waren ehemalige “Ossis”, die vor ’89 in den Westen geflüchtet sind und nun als Fluchthelfer o.ä. aktiv waren.

Warum ist das so?

Mir fallen bei längerem Nachdenken nur wenige Gründe ein. Eventuell will man (die Medien/die Politiker) den Ostdeutschen nicht ihren Erfolg streitig machen. Helmut Kohl soll das zwar in seinen aktuellen Memoiren tatsächlich versuchen. Aber er ist ja nun mittlerweile auch schon älter.
Vielleicht wollte man aber auch bloß zu diesem schönen Ereignis nicht die gute Stimmung vermiesen, indem man beispielsweise Bewohner der schönen Grenzstadt Hof (auf bayerischer Seite) befragt, wie sie denn die Monate nach Grenzöffnung insbesondere hinsichtlich der eingeschränkten Mobilität und Einkaufsmöglichkeiten empfunden haben. Nur allzu fair, wie ich finde.
Oder aber, und das würde nun doch zu der November-Stimmung da draußen passen, die Westdeutschen waren damals vielleicht größtenteils nur emotionsneutrale Beobachter, die das Geschehen an der Mauer mal mit mehr oder weniger Erstaunen bzw. Befürchtungen erlebt haben.

Nein, ich kann das einfach nicht glauben! Deswegen wünsche ich mir, dass beim nächsten anstehenden medialen Großereignis dieser Art (03.10.2015!) doch viel mehr Leute aus den alten Bundesländern an Berichterstattung und Meinungsäußerung teilhaben dürfen. Sonst heißt es nachher wieder, der Solidaritätszuschlag wird wieder nur für Ostberichterstattung verwandt (und Merkel und Gauck sind ja eh schon aus dem Osten….).

Wobei, mir fällt gerade ein … gilt Wolf Biermann eigentlich als “Ossi”?

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Umfrage der ZEIT zum Einfrieren von Eizellen

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http://www.zeit.de/2014/44/warum-soll-ich-das-lesen-44

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10ForAMonth – October

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20.000 Days on Earth – Im Leben von Nick Cave

20.000 Days on Earth

Zugegeben…ich weiß nicht, WIE LANGE ich ihn schon mag, diesen schrägen, dunklen Typen. Und deswegen ist alles, was ich jetzt hierüber schreibe, wohl unter diesem Aspekt zu betrachten. Sprich, es wird eher positiv sein.

Wie habe ich mich gefreut, als ich gelesen habe, dass dieser Film kommen wird. Und es war klar, dass ich ihn mir anschauen werde. Und so saß ich gestern in meinem Lieblings-Kino, ein Glas Rotwein in der Hand und um mich herum ihm scheinbar ebenso wohlgesonnene Menschen.

Der Film ist eine Mischung aus Fiktion und Realität. Manchmal weiß man einfach nicht, ist er das nun wirklich oder doch nicht. Es gibt eine Szene, wo er bei einer Art Therapeuten ist. Sie ist berührend, gleichzeitig wirkt er manchmal aber auch aufgesetzt, um gleich im nächsten Moment wieder so tief zu sein, dass es einem die Beine wegzieht. Ich mochte dieses Hin und Her, das Rätseln um ihn.

Bewegend, immer wieder, die Aufnahmen, bei denen man Zeuge davon wird, wie seine Lieder entstehen, textlich wie auch musikalisch. Das alles ist famos und teilweise wirklich mitreißend von den Regisseuren umgesetzt.

Es gibt ein Thema, was sich durch den ganzen Film zieht…er nennt es “Transformation”. Es scheint eine starke Antriebsfeder für ihn und sein Schaffen zu sein. Er will durch seine Kunst jemand anders sein, auf der Bühne zu jemand anderem werden. Und er glaubt, dass das wohl in jedem Menschen steckt. Und das kann ich zumindest aus meiner ganz persönlichen Sicht bestätigen.

Und es passt auch sehr gut zu dem ganzen Film. Man spürt, wie dieser, obwohl sehr schräge, auch eitle, trotzdem unglaublich beeindruckende Typ,  sich konstruiert…sich seine Wirklichkeit konstruiert, damit auch konstruiert, wie er wirkt und was er sein will. Genau deswegen packt mich die Art des Filmes auch. Es ist klar, dass es gar keine “echte” Doku sein will. Es ist eine Konstruktion der Person Nick Cave. So wie er sich gern von anderen sehen lassen will. Und für mich stellt sich damit die Frage (warum eigentlich erst jetzt?!), ob eine Doku, egal ob über Politiker, Musiker, wen auch immer, überhaupt “echt” sein kann. Es wird immer eine Konstruktion sein!

Also sei dieser Film all’ jenen ans Herz gelegt, die Nick Cave lieben und mögen. Sie werden es danach noch mehr tun. Alle anderen können ihn sich trotzdem anschauen, weil er bei aller Fiktion einen kleinen Einblick in das Leben eines Künstlers gibt…dessen Intensität und manchmal auch Besessenheit zeigt, ohne die er vermutlich nicht das geworden wäre, was er heute ist.

Wunderschönes Ende!

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Unternehmen bezahlen Einfrieren von Eizellen – cool!

Apple und Facebook und bestimmt auch noch andere US-Firmen tun das wohl…für Frauen, die bei Ihnen beschäftigt sind. In der FAZ habe ich heute gelesen, dass der Hintergrund dafür die niedrigen Frauenquoten in diesen Firmen seien.
Nun kann man ja geteilter Meinung darüber sein, wie das alles moralisch zu bewerten ist. Aber bei einem Preis von ca. 20.000 $ kann man den Firmen nicht vorwerfen, dass sie an ihren Mitarbeitern sparen. Und vielleicht hilft es ja tatsächlich während des Übergangs, des Übergangs von der heutigen Frauen-Generation, die sich aus der Karriere kickt, wenn sie zwischen 25 und 35 ihre Kinder bekommen…hin zu den neuen Mädels, den neuen Firmen, die Möglichkeiten schaffen, dass es auch mit und trotz und wegen der Kinder möglich ist, eine Karriere weiter zu verfolgen. Wenn diese junge Frauen das denn überhaupt wollen.
Und wenn es dann so weit ist, werden die Firmen den MÄNNERN das Einfrieren ihrer Samenzellen bezahlen. Oder so?!

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WE EXIST

There is so much more we have to give and to feel, Music… our Music reminds us of what we are and what we have and let us feel…that we EXIST!

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Himmelblau ist meine Farbe

 

Himmelblau ist meine Farbe

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Wie relevant sind soziale Medien für politische Wahlen?

Um es vorwegzunehmen – scheinbar weniger relevant als gedacht. Schon lange habe ich mir darüber Gedanken gemacht, wie stark oder eben auch wie gering der Einfluss politischer Aktivitäten in Social Media wohl sei.

Die letzte BTW hat gezeigt, dass der Einfluss auf Entscheidungen der Wähler wohl überschätzt wird bzw. wurde. Der Großteil der relevanten Wählergruppen ist noch nicht in dem Maße im Netz angekommen, wie es sich Parteien wie die Piraten oder auch aufstrebende (Jung-) Politiker aller anderen Parteien erhofften oder andere auch befürchteten. Gemessen an den Aktivitäten mancher Parteien im Netz, der für die “Bewirtschaftung” der sozialen Medien aufgewandten Zeit und Aufmerksamkeit ist das daraus erhoffte (gute Wahl-)Ergebnis doch sehr enttäuschend. So mancher im Netz riesig aufgebauschter Shit-Storm erweist sich dann sozusagen gesamtdeutsch gesehen doch eher als Sturm im Wasserglas, den die größere Anzahl der Bewohner unseres Landes gar nicht oder nur am Rande mitbekommt und scheinbar auch keine größere Bedeutung beimisst. Anhand der Äußerungen einiger Netzakteure nach der Wahl (Lauer) wird auch die Einsicht in die eigene Irrelevanz der Netzaktionen deutlich.

Ich hatte vor einigen Wochen selbst ausprobiert, was bei mir passiert, wenn ich einfach mal einige Zeit meine “Twitterwirklichkeit” ausblende und bewusst die dort geführten Diskussionen nicht weiter verfolge. Und es trat ein, was man vermutet…nichts, rein gar nichts. Es ist wie mit allem, wenn man sich zu sehr auf eine Sache konzentriert. Man blendet andere Dinge im Umfeld aus und misst dem, womit man sich beschäftigt oft eine (viel) zu hohe Bedeutung zu. Natürlich darf man die sozialen Medien auch bei einem Wahlkampf nicht vernachlässigen. Aber es hat sich gezeigt, dass sie eben auch nur EIN Teil des Ganzen sind und Parteien wie die Piraten sich einfach auch außerhalb des Netzes bewegen und auch umfänglicher mit anderen als Netzthemen profilieren müssen, um vielleicht doch mal in Land- und Bundestage einziehen zu können.

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Endlich hat alles einen Sinn! Oder?

Die Sinnfragen – sie kommen immer mal wieder. Das kündigte sich ja in den letzten Monaten hier schon bei mir an.

Deshalb hab ich mir zuletzt die Gedanken von Viktor E. Frankl angeschaut, gelesen, manches vielleicht auch verstanden. Mit seiner Logotherapie, mit seinen Gedanken zu “Sinn im Leben” erklärt er viele Dinge, die mir nachvollziehbar scheinen. Und das Interessante daran – er beschrieb dies alles schon vor ca. 50 Jahren und ff. Aus seiner Sicht fingen die Menschen an- also nun auch ein Großteil der Menschen – sich mehr und mehr über den Sinn ihres Daseins Gedanken zu machen. Dies, so folgert Frankl, kam insbesondere daher, dass bestimmte Zwänge im Leben der Menschen nachließen. Man musste nicht mehr 14h am Tag für ein Minimum an Existenz für sich und seine Familie arbeiten, um danach einfach nur noch halbtot ins Bett zu fallen bzw. nach einigen wenigen Jahrzehnten ganz tot in die Holzkiste. Die großen Kriege waren vorbei, die Menschen wurden freier, an Zeit und an Möglichkeiten. Das Neue daran war ja, dass diese Freiheiten nun einem größeren Teil der Menschen zufielen und nicht nur, wie hundert oder auch tausend Jahre vorher, einem engen, ausgewählten Kreis von Personen (Pharaonen, Könige, reiche Industrielle und andere Society-Ladies). Daraus ergibt sich wohl auch, dass die Sinnfrage mehr und mehr zu einem breiten gesellschaftlichen Problem wurde, präsenter, dringlicher, klärungsbedürftiger.

Die Menschen hatten also plötzlich ein Problem! Was tun mit der ganzen freien Zeit? Die Vorgaben, die Zwänge, fielen mehr und mehr weg. Das Leben wurde mit den neuen Freiheiten selbstverantwortlicher, selbstbestimmter. Man konnte plötzlich selbständig entscheiden, was man tun will.

Und BAM! Viele wussten gar nicht, WAS GENAU sie da nun tun sollten. Und wofür?! Das Leben hatte plötzlich nicht mehr nur den einen, vorgegeben Sinn (Arbeiten, Krieg führen, Kinder kriegen, Felder bestellen, Sklavenarbeit verrichten u.ä.). Man konnte wählen.

Kommt Euch das alles irgendwie bekannt vor???

Frankl führt sogar Beispiele an, vor allem auch von jungen Leuten, die sich das Leben genommen haben, weil sie sich diese Frage nach einem Sinn in ihrem Leben nicht (mehr) beantworten konnten.

Soweit so gut (oder schlecht)! Sprung ins Heute. Vor einigen Tagen bin ich unterwegs gewesen und sehe ein Plakat, in dem mal wieder von einem Aktionsbündnis zu einer Demo für oder gegen was aufgerufen wird. Ist eigentlich auch egal, worum es ging. Erstaunlich schien mir allerdings, dass diese Menschen ihr Ziel nun schon wie ich wusste seit vielen Monaten, wenn nicht sogar über ein Jahr verfolgen. Zum einen ist dies natürlich eine sehr ehrenwerte Geschichte. Andererseits frage ich mich, warum tun diese Menschen so etwas. Also ich will nicht falsch verstanden werden. Die sachlichen Beweggründe kann ich gut verstehen. Aber es ist jetzt nicht soooo ein Riesen-Thema, dass man sich so lange Zeit damit beschäftigen müsste.

Nun gibt es ja viele Beispiele in der letzten Zeit, wo Menschen sich lang und ausdauernd für bestimmte Themen einsetzen (Stuttgart 21, East Side Gallery etc.). Natürlich wird auch viel vom “mündigen Bürger” gesprochen. Das ist sicher AUCH zutreffend. Aber ich glaube, es steckt mehr dahinter. Und da kommen wir wieder zu unserem Freund von weiter oben, Viktor E. Frankl und seinen Sinnfragen.

Ich denke, dass die Menschen, die diese Dinge sehr aktiv und regelmäßig tun, darin einfach ihren (zumindest teilweisen) neuen Sinn im Leben gefunden haben. Man sieht das auch daran, dass viele sich an solchen Aktionen beteiligen, oft unabhängig worum es dabei geht. Und sie tun dies oft, ohne sich jemals früher für so etwas interessiert zu haben geschweige denn als Demonstranten auf die Straße gegangen zu sein.

Zumindest für mich ist dies eine befriedigende Antwort. Der (auch) mündige Bürger von heute sucht nach Sinn, nach Sinn über seine 35- oder 40h-Arbeitswoche, sein Rentner- oder welches Dasein auch immer hinaus. Dann muss er sich nicht langweilen oder wegen Sinn-Losigkeit umbringen.

Demnach spricht einiges dafür, dass es zukünftig für unsere Politiker noch anstrengender werden könnte. Was sollen die Leute sonst auch tun, als sich SINNvoll mit Dingen zu beschäftigen, die früher einfach mal unbemerkt von der Politik durchgewunken wurden, weil kein Mensch Zeit hatte, sich damit zu beschäftigen.

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