Sie sind zurück und das besser denn je. Für mich die bisherige Platte des Jahres!
Super700 – Decent Snow | 2012 · Berlin · Magnet · musikexpress.klub live – YouTube.
Sie sind zurück und das besser denn je. Für mich die bisherige Platte des Jahres!
Super700 – Decent Snow | 2012 · Berlin · Magnet · musikexpress.klub live – YouTube.
Soeben komme ich von der Aufführung des Dresdner Kreuzchores dieses so schönen Werkes - wie jedes Mal tief beeindruckt vom Inhalt, der Musik wie natürlich auch des Chores. Wiewohl ich jetzt gern den Inhalt wiedergäbe, so sei hier nur der entsprechende Wikipedia-Artikel verlinkt für all’ jene, die nicht so vertraut mit der Materie sind. Ich kann nur jedem ans Herz legen, auch mal eine solche Aufführung zu besuchen. Es berührt!
Doch genug des Überschwangs an Gefühlen. Zwei Dinge sind mir an dem heutigen Abend aufgefallen.
An einer Stelle wird das Volk von Pilatus befragt, wem die Freiheit gegeben werden soll – Barabbas oder Jesus. Das Volk, voll Inbrunst und Einstimmigkeit, entscheidet sich für Barabbas und damit gegen Jesus – für den bedeutet es das Kreuz. Hier kam mir spontan der Spruch einer mir nahestehenden Person in den Sinn: VOX POPULI – VOX RINDVIEH! Bei einigen auch heute propagierten Vorstellungen zu mehr Bürgerbeteiligung ist nicht ganz auszuschließen, dass auch hier die eine oder andere Entscheidung fatal sein könnte, wie in der oben erwähnten Geschichte mit bekanntem Ausgang.
Eher nebensächlich, was mir als zweites auffiel. Einige Menschen hatten Sitzkissen mitgebracht. In Anbetracht dessen, dass das Stück über 3 Stunden ging und die Kirchenbänke hart waren, durchaus nachvollziehbar. Je länger jedoch das Leiden Jesus’ andauerte, umso unangemessener fand ich diese Bequemlichkeit. Immerhin wollte ich ein Mindestmaß an Leidensfähigkeit zum Gründonnerstag aufbringen. Vielleicht denke ich jedoch in 20 Jahren anders und bin dann auch ein Sitzkissen-Mitbringer.
Depeche Mode – Never Let Me Down Again, live @ Rock Am Ring – YouTube.
Ich weiß ja, dass Wolfgang Herrndorf Maik und Tschick im Buch lieber Richard Claydermann hören lässt. Aber als ich heute “Never let me down again” von Depeche Mode im Radio gehört habe, musste ich sofort an das Buch denken und an die beiden herrlichen Jungs, wie sie ihre Freundschaft und das Leben entdecken.
Ich gebe zu, es ist nicht das aktuellste Thema und beschäftigt sich auch nicht mit den neuesten Trends und Entwicklungen – aber dafür beschäftigt es mich, und das schon länger.
Letztens war ich mal wieder bei einem, sagen wir mal, etwas älterem Paar zu Besuch. Es war nicht das erste Mal und deswegen kann ich wohl auch relativ sicher behaupten, dass gewisse zu beobachtende Verhaltensweisen nicht das erste und einzige Mal auftraten.
Eine aus meiner Sicht besonders hervorhebenswerte dabei war, dass im Laufe das Abend das eine oder andere Mal von der einen oder anderen Seite durchaus kritische, manchmal auch ungerechte bis hin sogar zu etwas böswilligen Behauptungen getätigt wurden. Ehrlich, hätte meine Partnerin dies nur ein- oder maximal zwei Mal mir gegenüber gemacht, wäre ich sicher ausgeflippt.
Aber was konnte ich bei besagtem älteren Paar beobachten?! Richtig – nichts dergleichen passierte. Die jeweiligen “reizvollen” Äußerungen des einen wurden von dem anderen nicht ansatzweise kritisch aufgenommen. Eher war es sogar so, dass sie geschmeidig in den weiteren Gesprächsverlauf integriert oder in besonders schweren Fällen einfach ignoriert wurden. Nicht einmal ein leichtes Augenbrauen-Hochziehen oder gereiztes Räuspern war zu beobachten bzw. zu vernehmen.
Da ich auch weiß, dass das Paar schon viele Jahrzehnte zusammen wohnt und in gemeinsamen Momenten oft nicht den unglücklichsten Eindruck macht (im Vergleich zu anderen mir bekannten Fällen), komme ich zu dem Schluss, dass ein solches Verhalten ein scheinbar probates Mittel zur Erhaltung von Partnerschaften ist und überlege gleichzeitig, ob ich nicht auch zu solchen Verhaltensweisen übergehen sollte.
Einerseits reizt es mich, auch mal ein Teil eines Paares zu sein, was eine jahrzehntelange gemeinsame Geschichte hat. Anderseits würde ich jedoch nicht wollen, dass meine kritischen, zuweilen böswilligen Anmerkungen meiner Partnerin gegenüber ungehört verhallen.
Zugespitzt muss man vielleicht sagen: Zuhören oder Zusammenbleiben!
Aber gut…vielleicht werde ich auch nur alt.
Dass dieses Video und die darin gezeigten Vorgänge absolut inakzeptabel und widerlich sind, daran gibt es keinen Zweifel.
Allerdings ist das wirklich Schlimme daran, dass es auch noch jemand filmt und veröffentlicht. Dass es solche und ähnliche Erniedrigungszenen in Kriegen wohl tatsächlich häufiger gibt, ist vermutlich traurige Gewissheit. Andererseits geht es in Kriegen ja auch um das Besiegen und Erniedrigen von Gegnern.
Deshalb finde ich es bemerkenswert, dass sich weltweit, aber vor allem in den USA, alle über dieses (Zeigen des) Urinieren erregen. Dass aber vorher Menschen ermordet wurden, scheint niemanden wirklich zu stören. Der “alltägliche” Tote, insbesondere in den permanent nachrichtenpräsenten Gebieten des Iraks und Afghanistans, scheint uns heute nicht mehr zu berühren. Dafür braucht es erst eine erweiterte Schändung über den Tod hinaus.
Nice example for collaboration!
Somebody That I Used to Know – Walk off the Earth Gotye – Cover – YouTube.
Gestern habe ich mir das erste Mal ein Exemplar dieser Zeitschrift gekauft. Zu oft habe ich Werbung davon gesehen und folge Cicero auch auf Twitter, als dass ich länger um den Kauf mich hätte drücken können (dies ist meinem Wesen als Zeitschriften-Junkie geschuldet).
Nun habe ich es an nur einem Abend durchgele…, nein, sagen wir, durchgeblättert. Den einen oder anderen Artikel habe ich jedoch wirklich gelesen. Nun bin ich am Ende angelangt und habe auch noch erfahren, was Dominic Raacke in seinen letzten 24 Stunden erleben will (u.a. Linseneintopf mit Speck und Würsten) und frage mich, was will mir diese Zeitung sagen. Rückerinnernd an die letzten Stunden blieben mir vor allem Werbeanzeigen für guten Wein, den SPIEGEL, die WELT oder auch BMW im Kopf. Nun könnte man sagen, dass auch das ein Sinn vom Zeitschriftenlesen sein kann. Sonst gäbe es ja auch keine Firmen, die bereitwillig Anzeigen schalten und insbesondere ja auch bezahlen.
Aber irgendwie hatte ich aufgrund des Untertitels “Magazin für politische Kultur” mehr erhofft. Ich überlege, welcher Art von politischer Kultur hier gehuldigt werden soll. Von allem ist ein bisschen dabei…Politik, Kunst, Facebook & Co, Revolution in Nordafrika etc. …bekannte Menschen sagen was über andere bekannte Menschen (Gerhard Schröder – Mario Götze, Wendelin Wiedeking – Hartmut Mehdorn, Arnulf Baring – Angela Merkel usw.). Das übliche also, zumindest aus meiner Sicht. Natürlich bin ich, wie könnte es anders sein, absolut subjektiv. Aber ich hätte mich selber als potentiellen Leser dieser Zeitschrift gesehen. Deswegen habe ich sie wohl auch gekauft. Auch die Werbeanzeigen sind gar nicht so sehr an meinen Interessen bzw. finanziellen Möglichkeiten vorbei. Jedoch, und nun ein Wort, welches ich bisher noch nie, weder schriftlich noch mündlich benutzt habe, empfinde ich bei den Artikeln der Autoren und des Chefredakteurs ein hohes Maß an SATURIERTHEIT. So – jetzt ist das Wort raus. Aber es trifft es einfach auf den Punkt.
Es fühlt sich auch distanziert und abgehoben an. Reine Beobachterperspekive. Keine Meinung.
Natürlich kann man das tun. Es ist nicht verwerflich. Nur ist es immer auch ein wenig langweilig, wenn immer nur beschrieben wird. Reine Information ist heutzutage ausreichend vorhanden.
Nun regt mich der Mensch doch letzten Endes noch so weit auf, dass ich einige Zeilen dazu schreiben muss. Er war ja als Bundespräsident an sich schon einer der blasseren. Was er jedoch in den letzten Wochen abgezogen hat, entbehrt nun doch aller Ernsthaftigkeit und vor allem Glaubwürdigkeit. Wie soll dieser Mensch zukünftig denn noch der Regierung, den Bewohnern unseres Landes oder gar gegenüber ausländischen Regierungen und Menschen moralisch integer auftreten.
Und natürlich geht es nicht um rechtlich relevant oder nicht. Es geht einfach darum, dass man aus meiner Sicht in so einer Position so etwas (Urlaubsdomizile von Bekannten/Freunden kostenfrei nutzen, Werbekampagnen für Bücher finanzieren lassen, vergünstigte Kredite annehmen) nicht tut. Wie sollen jetzt jene Menschen im Lande über ihn denken, die sich über Monate oder Jahre ihren Urlaub bitter ersparen bzw. jene, die sich einen solchen nie leisten können. Und das, obwohl sie einer geregelten Arbeit nachgehen.
Wie will Herr Wulff denn nachweisen, dass er gegenüber diesen Leuten, von denen er die genannten Gefälligkeiten entgegennahm, sich nicht doch in irgendeiner Art und Weise erkenntlich gezeigt hat.
Schwer zu verstehen ist für mich auch, dass es in der Politik zumindest keine oder scheinbar keine ausreichenden Regelungen gibt, ähnlich der Compliance-Vorschriften in größeren Unternehmen, die solches Verhalten verhindern. Andererseits helfen die wahrscheinlich auch nicht, wenn Menschen nicht verstehen, was sie da falsch machen. Und das ist bei Herrn Wulff ja offenbar der Fall.
Bei all den Diskussionen in diversen Talk-Shows ist irgendwie doch auch eine starke Zurückhaltung der anderen Politiker zu bemerken. Ob diese immer nur dem “Respekt vor dem Amt” zuzurechnen ist oder der eine oder andere sich nur seiner eigenen “kleinen Vergehen” erinnert, weiß man nicht so genau.
Jedenfalls wird diese Zurückhaltung und der Unwille von Herrn Wulff zum Rücktritt wohl eher dazu führen, dass der Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten weiter leidet. Vielleicht kommt ja aber doch noch Herr Gauck?!




