#article_ „Die Angst vor den anderen“ v. Zygmunt Baumann

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Gesellschaft / Literatur

Zygmunt Baumann bezeichnet sein Buch als ein Essay über Migration und Panikmache. Es ist für mich zumindest eines der Bücher der Stunde bzw. der aktuellen Jahre! Dass ich es lesen konnte, habe ich einer Empfehlung einer Bekannten (angehenden Soziologin) zu verdanken, bei der ich mich hiermit ausdrücklich für diesen erhellenden Hinweis bedanken möchte.

Dieses schmale Büchlein sei jedem ans Herz gelegt, der verstehen möchte, wieso wir heute dort stehen, wo wir stehen, in Deutschland, in Europa, in den USA und mittlerweile auch in anderen Ländern wie Brasilien. Baumann verurteilt dabei nicht, akzeptiert jedoch auch nicht, dass man sich einfach als Opfer der Umstände definiert, demnach allem ausweglos ausgeliefert ist und deswegen die Wahl von Parteien wie beispielsweise der AfD als einzige Lösung erscheint.

Neben den eigenen klugen Gedanken führt Baumann ähnlich aufschlussreiches von anderen Soziologen und Philosophen auf, um unter anderem auch zu zeigen, dass solche Situationen, wie wir sie heute erleben, natürlich nicht das erste Mal auftreten. Und natürlich könnte man aus der Geschichte lernen, wenn man nur wollte.

Anbei ein kleiner Auszug, der die Relevanz von Baumanns Gedanken verdeutlicht. Vielleicht ist Lesen ja schonmal ein erster Schritt hin zu Verstehen und damit eine gute Basis, um im nächsten Schritt zu Handeln?!

„Man hat das Gefühl, ein Opfer zu sein. Ein Opfer wovon? Von Umständen, auf die man nur sehr geringen oder gar keinen Einfluss hat – von Kontrolle gar nicht zu reden. Wir sprechen hier gerne von „Schicksal“, doch mit dieser Bezeichnung machen wir alles nur noch schlimmer. Dann sind wir nicht nur Versager, sondern dazu noch kurzsichtige, unwissende oder unfähige und tölpelhafte Versager, wodurch die Schmach und die daraus folgende Selbstverachtung sich verdoppeln: Das Schicksal hat kein Gesicht, und ist es aussichtslos, ihm ein Gesicht geben zu wollen. Um diese Erniedrigung zu vermeiden und etwas von ihrer Würde und Selbstachtung zu retten, müssen die Opfer diejenigen ausmachen und benennen, die sie zu Opfern gemacht haben, und diese Leute müssen ein erkennbares Gesicht haben, damit man sie lokalisieren und mit einem Namen belegen kann.
Migranten und vor allem Neuankömmlinge unter ihnen erfüllen alle diese Voraussetzungen bestens. Einen Namen (zumindest einen Gattungsnamen) hat man ihnen bereits gegeben (es gibt zahllose Politiker und Journalisten, die um die Herrschaft über Gemüter und Gedanken wetteifern und nur allzu bereit sind, diese Namen unverzüglich zu liefern und die Aufgabe der Lokalisierung bereitwillig für uns erledigen). Die Ergebnisse sind so einfach und vertrauenswürdig (ja geradezu selbstverständlich) wie die Tatsache, dass zwei plus zwei vier ergibt: Man erinnert sich nicht mehr, dass der Job schon unsicher und der Wohlstand gefährdet war, bevor sie auf den Straßen auftauchten – während man jetzt, da sie angekommen oder auf dem Weg sind, nur zu gut weiß, dass es so ist.“

#flashlight_ Was für ein Tom Odell in der Berliner Columbiahalle!

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Musik

Gestern war ich mit meiner Tochter in Berlin in der Columbiahalle zu einem Konzert von Tom Odell auf seiner „Jubilee Road Tour“. Ich muss dazu sagen, dass ich Tom Odell seit seinen ersten Songs sehr mag und die entsprechenden Veröffentlichungen von ihm seit dem verfolge und nach wie vor gut finde. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich nun ohne die Initiative meiner (13-jährigen) Tochter tatsächlich zum Konzert gegangen wäre. Ein Grund, der sich gestern auch wieder bestätigte, liegt darin, dass das Publikum mehrheitlich aus Teenie-Mädels und maximal noch Twenty-Somethings-Frauen besteht. Und das hört man auch beim Mitsingen (obwohl das gut zu der manchmal greinenden Stimme von Tom Odell passt).

ABER: Man sollte dieses Live-Konzert von ihm nicht versäumen, egal wie alt man ist. Was dieser (junge) Typ auf die Bühne bringt, ist tatsächlich phänomenal und begeistert ab dem ersten Ton. Seine Stimme ist live ein Erlebnis und mit welcher Sicherheit, Wucht und gleichzeitig hoher Sensibilität er das Klavier bearbeitet, habe ich so bei einem Konzert (von klassischen sicher abgesehen) noch nicht erlebt. Und auch wenn man es ihm beim Hören seiner Platten nicht zutraut aufgrund der eher ruhigeren Töne, er ist auf der Bühne hochexplosiv und zeigt teilweise eine Intensität und Kraft, die wirklich beeindruckend und mitreißend ist.

Also – HINGEHEN! Hier noch die weiteren Termine in Deutschland.

#article_ Ein Merz kommt nicht allein

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Gesellschaft / Politik

Mit dem Rücktritt von Angela Merkel als Parteivorsitzende der CDU ist nun eine wirklich (endlich) mal wieder spannende politische Situation entstanden. Man kann über sie (also Frau Merkel) denken, was man will (bei mir ist es ehrlicherweise mehr positives als negatives). Sie hat mit diesem Schritt selbstbestimmt über ihre politische Zukunft entschieden, wenn es auch m.M. fast zu spät war. Aber eben nur fast.
Die nächsten Wochen werden zeigen, was dieser Rücktritt mit sich bringt. Toll ist doch schonmal, dass es nun mehrere Alternativen gibt. Besonders schön finde ich, dass jetzt mit Friedrich Merz ein komplett neuer Spieler (wieder) das CDU-Parkett betritt. Ich kann nicht beurteilen, ob er ein guter Politiker ist. Aber ich spüre ein Gefühl, dass es mit ihm und durch ihn gelingen könnte, abgewanderte CDU-Follower zurück zu holen.
Ich kann noch nicht so recht konkret beschreiben, worin dieses Gefühl begründet ist. Vielleicht liegt es daran, dass ich in den letzten Tagen den über 3-stündigen Podcast von Zeit online mit Christian Lindner gehört habe. Während der 3 Stunden hat man einen guten Eindruck hinsichtlich der sicher stark ausgeprägten Arroganz des Mannes bekommen. Diese ist allerdings ehrlicherweise gut begründet in einem unglaublich breiten Allgemeinwissen und trotz seiner erst um die 40 Jahre doch schon langen Erfahrung im politischen Umfeld. Und was mir ebenfalls positiv auffiel. Er hatte schon echte Jobs außerhalb der Politik und scheinbar durchaus eine gute Nähe zum normalen Leben.
Und nun kommt mein „Gefühl“ für Herrn Merz ins Spiel. Mir schlich der Gedanke ins Hirn, ganz von selber, dass eine unter Merz/Lindner geführte CDU/FDP-Regierungskoalition eine irre Lösung für dieses, unser Land wäre (die CSU hatte ich bei der Koalition grad absichtlich weggelassen). Die beiden könnten aus meiner Sicht einen neuen Politiker-Typen in Deutschland begründen. Klar, straight, smart, sehr klug, wirtschaftsorientiert, im positiven polarisierend. Auch die Grünen passen da gut rein, auch wenn FDP und Grüne schon noch einige Hürden zu nehmen hätten. Wenn sowas tatsächlich käme, wäre es jedoch mit dem aktuell handelnden Personals der SPD um eben diese Partei geschehen.
Ich habe lange nicht mehr positiv auf unsere politische Landschaft schauen können. Wenn jetzt einige Leute mutig sind, werden wir endlich wieder Menschen für Politik begeistern können. Und es geht auch gar nicht darum, dass die eine oder andere Partei an der Spitze stehen soll (ausgeschlossen allerdings die AfD). Mit den beiden Typen kann man sich jedoch wieder vorstellen, dass Parteien ein klares Profil bekommen, Menschen/Wähler polarisieren und damit vielleicht auch diejenigen von der AfD zurückholen, die aus Enttäuschung von den „großen Volksparteien“ weggelaufen sind.
Ich muss mir den Artikel auf Wiedervorlage für die nächste Bundestagswahl legen!

#article_ Neue (Beamten-)Lehrer für Sachsen

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Gesellschaft

Momentan ist ja das Lehrer-Thema überall präsent, insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern wie z.B. Berlin/Brandenburg und Sachsen. Zum einen gibt es von den benötigten Lehrern hier nicht genug und zum anderen will man nun aus der Not des Lehrermangels heraus in Sachsen die Möglichkeit der Lehrer-Verbeamtung bis zum Alter von 42 Jahren einführen.

Den ersten Punkt werde ich wohl nie verstehen. Warum ist es nicht möglich, mit einem Planungshorizont von 6 Jahren (Geburt bis Einschulung) inkl. der üblichen Einwohnerwachstumsraten einen entsprechenden Lehrerbedarf zu prognostizieren? Schulen wurden in den letzten Jahren geschlossen und abgerissen, die nun wieder neu aufgebaut werden müssen. Junge Lehrer-Absolventen wurden gezwungen in anderen Ländern ihr Berufsglück zu finden, obwohl absehbar war, wohin das ganze läuft. Ich glaube, hier sollten sich die staatlichen Planungsinstitutionen für ihre zukünftigen Prognosen mal externe professionelle Unterstützung suchen.

Aber vielleicht unterstelle ich zu Unrecht Unfähigkeit und die bisherigen sächsischen Kultusminister sind, egal wie kurz sie im Amt waren, cleverer als ich dachte. Wenn man das Ergebnis der Eskalation sieht, dann ist da doch gar nicht mal so wenig für die Schulen und Lehrer rausgekommen. Mittlerweile wird ja wild jeder als Lehrer eingestellt, der sich dafür bewirbt und irgendwann mal irgendwas mehr oder weniger erfolgreich studiert hat. Da werden sicher ein paar Leute aufgefangen, die sich bisher nur schwer am Arbeitsmarkt entsprechend ihrer Ausbildung etablieren konnten (nein, ich nenne keine Beispiele). Also findet hier schonmal eine Entlastung des Arbeitsmarktes statt (es werden Arbeitsplätze frei für Leute ohne Studium) und die neu eingestellten Lehrer bekommen nun endlich auch adäquate Entlohnung für ihren Studienabschluss (ob leistungsgerecht wird sicher wie überall sehr individuell zu bewerten sein). Zum anderen wird nun endlich das Beamtentum auch für sächsische Lehrer eingeführt, was ohne diese Krise und Eskalation niemals irgendein Kultusminister geschafft hätte. Und selbst wenn dieses nur für unter 42-jährige möglich ist, so wird es für die Gehälter der „älteren“ Lehrer mit Sicherheit auch noch eine Lösung nach oben geben (https://www.freiepresse.de/nachrichten/sachsen/neue-gehaltsstufe-fuer-aeltere-lehrer-artikel10289584). Außerdem bekommen die Schulen nun vermutlich so viele Lehrer, wie sie sich schon immer gewünscht haben.

Vielleicht muss man sich die Vorgehensweise auch für eigene (meist berufliche aber vielleicht ja auch private Problem-Themen) merken. Lasse etwas so lange gegen die Wand fahren bis der point-of-no-return erreicht ist und stelle dann Forderungen, die den Aufprall verhindern sollen.
Die Frage, ob der Aufprall wirklich verhindert wird, kann man sicher erst in ein paar Jahren beantworten. Ob die ganzen Neu-Lehrer in Zukunft wirklich noch glücklich mit ihrer eher spontanen Jobwahl sind, muss sich zeigen. Wobei hier die Unzufriedenheitsrate vielleicht gar nicht höher sein wird, als bei den heutigen „echten“ Lehrern.

Wie werden sich die teilweise ja tatsächlich sehr rudimentär ausgebildeten Neu-Lehrer auf das Bildungsniveau unserer Kinder auswirken?! Es wäre ja fast bedenklich, wenn sich keine negativen Auswirkungen ergeben. Denn das hieße ja, dass das bisherige Lehrer-Studium gar nicht notwendig ist?! Wie werden die „echten“ Lehrer beweisen, dass dem nicht so ist und die Neu-Lehrer gar nicht so gut sein KÖNNEN wie sie selber?! Und wie wird sich dies und die gleiche Bezahlung bzw. sogar die Besserstellung durch die Verbeamtung von den Neu-Lehrern langfristig auf den sozialen Frieden zwischen diesen beiden Lehrergruppen auswirken?!

Die Fragen bzw. die daraus möglicherweise folgenden Konsequenzen scheinen mir dann doch eher gegen die (zugegebenermaßen von mir konstruierte) Cleverness der Kultusminister zu sprechen. Und vielleicht ist es doch cleverer, wenn man staatliche Institutionen weniger wie Unternehmen führt (Headcount, Einsparziele, etc.), sondern einfach strikt nach den notwendigen Maßnahmen zum Nachkommen des Bildungsauftrages handelt (was Effizienz nicht ausschließt). Es steht global gesehen zu viel auf dem Spiel!

#article_ aufstehen – DIE SAMMLUNGSBEWEGUNG

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Gesellschaft / Medien / Politik

Es klingt ein wenig nach einem Aufruf der früheren SERO-Annahmestellen (meine mit mir gleichalterigen  ostdeutschen Leser wissen, was ich meine). Steht auf und sammelt Sekundärrohstoffe!

Vielleicht ist es aber gar nicht so weit hergeholt mit den „Sekundärrohstoffen“. Schließlich geht es darum, Menschen zu aktivieren, die sich in ihrer (selbstgewählten) „Erstverwendung“ nicht mehr wohlfühlen. Politiker aller Richtungen sind angesprochen, sich dieser Sammlungsbewegung anzuschließen, wenn Sie sich durch ihre eigenen Parteien vielleicht nicht mehr so ganz vertreten fühlen. Und das gleiche gilt natürlich auch für Menschen, also Nicht-Politiker, denen die heutigen Parteien aus unterschiedlichen Gründen keine ausreichenden Perspektiven bieten.

Achso, ich habe noch gar nicht für die bis jetzt Ahnungslosen gesagt, worum es geht. Die allseits bekannte Sahra Wagenknecht von den Linken, und sicher auch ein wenig im Hinterggrund dabei ihr Anvertrauter, haben eine neue Bewegung ins Leben gerufen. Was die will, habe ich oben ja schon angedeutet. Am besten jeder schaut sich das auf der entsprechenden Website (https://www.aufstehen.de) selber an. Grob gesagt möchte sie eine Bewegung entstehen lassen, die sich für soziale Themen und auch entsprechend Benachteiligte einsetzt, kapitalistische Auswüchse in Großkonzernen unter Kontrolle bringt und Folgen hemmungsloser Globalisierung zu heilen bzw. diese evt. sogar zu verhindern versucht. Das ist zumindest meine Interpretation davon. Das von Wagenknecht in letzter Zeit arg strapazierte Flüchtlingsthema hat sie, zumindest momentan nicht für mich sichtbar, erstmal ausgespart.

Ich muss ganz ehrlich sein, ich finde eine solche Bewegung gut. Bei den letzten Koalitionsverhandlungen konnte man sehen, wie sehr jede der großen Volksparteien (die zwar noch so heißen, es aber eigentlich nicht mehr sind) in ihren von ihnen selbst gesetzten Grenzen und Rahmen gefangen sind, wie sie Angst haben, sich in neue Richtungen zu bewegen, wie innere Kräfte dies nicht zulassen. Und mir stellt sich die Frage, welche dieser Parteien die aktuellen und zukünftig sich noch verschärfenden Herausforderungen wie Globalisierung, Digitalisierung, wachsende Einkommensunterschiede, Immigration und Flüchtlingsbewegungen lösen könnte. Und dass das ein wachsender Teil der Bevölkerung ähnlich sieht, zeigt die zersplitterte Wahlergebnis-Situation, die Hinwendung zur AfD (die sicher die letzten sind, denen eine Lösung der Themen zugetraut werden kann) und spürbare und wachsende Unzufriedenheit breiter Bevölkerungsschichten. Die Sehnsucht der Menschen nach neuen Bewegungen und politischen (Lösungs-) Strömungen scheint ja in ganz Europa oder sogar weltweit groß zu sein (siehe Macron oder in den Anfängen Martin Schulz). Und um nicht Menschen wie Trump, Putin, May, Le Pen, Gauland und ähnlichen das Feld zu überlassen, braucht es neue Ideen und Vertreter für die Menschen, die sich heute unwürdig behandelt fühlen, die einfach auf der Strecke bleiben, die keine Idee haben, wie sie mit den o.a. Herausforderungen in den nächsten Jahren klar kommen sollen. Sie finden momentan keine Antwort dafür. Und so scheinen die rechten Treiber mit ihrer Verhinderungs- und Blockadepolitik für diese Leute die einzige Alternative zu sein. Dann scheinbar lieber keine Veränderungen als solche. Auch wenn das natürlich nichts von alledem aufhalten wird. Es wird trotzdem kommen, man ist dann nur noch weniger darauf vorbereitet.

Und nun will das Sahra Wagenknecht also ändern. Das ist für mich die andere, etwas schwierige Seite der Medaille. Warum auch immer, ich kaufte ihr noch nie ihren Job bei den Linken ab. Dafür ist sie mir einfach nicht authentisch genug. Einfach zu schick, zu wohlhabend, zu offensichtlich klug (mit Betonung auf offensichtlich) und m.M. auch ihrer Partei gegenüber zu illoyal. Zu oft habe ich den Eindruck, dass es ihr zu sehr um sich geht. Also ist meine Hoffnung, dass schon gelingt, eine solche Bewegung zu etablieren, um des Erfolges Willen zumindest aber auch noch mit anderen Menschen an der Spitze.

#playlist_ Der Mai wie er war und klang

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Medien / Musik

Nun versuche ich zum 2. Mal, einen Monat musikalisch Revue passieren zu lassen. Manchmal ergibt sich einfach Musik zu bestimmten Situationen, manchmal sind es die Lieder selber, die etwas bei mir bewegen. Und so kann man auch die folgende Zusammenstellung verstehen. Der Mai war wieder reich an Ereignissen und Emotionen. Schöne und schwierige. Euphorische und traurige. Vielleicht erreicht euch etwas davon und ihr könnt die ein oder andere Situation mal etwas mehr oder eben auch mal etwas weniger nachvollziehen. Alles ist subjektiv und natürlich immer nur „meine Wahrheit“.

  1. Ab und an kommt mir beim Laufen ein Lied unter, was mich besonders gut und rhythmisch und motiviert laufen lässt. Im Mai war es GO von THE CHEMICAL BROTHERS. Versucht es mal, ob der Song bei Euch genauso gut wirkt.
  2. Leider gab es auch ein sehr trauriges Ereignis im Mai. Ein mir, wie soll ich sagen, gleichzeitig naher und nichtnaher Mensch ist sehr schmerzhaft und auf seine ihm sehr eigene Art und Weise gestorben. Ich hoffe, er findet sein Glück und vor allem seine Ruhe, dort wo er jetzt ist. Und dafür möchte ich ihm FEEL von ROBBIE WILLIAMS zur Begleitung mitgeben. Ich habe es zufällig gehört in den Tagen vor der Beerdigung und es schien mir sofort passend.
  3. Ein sehr schönes Musikerlebnis hatte ich im Kulturpalast Dresden mit den Dresdner Philharmonikern. Sie spielten einige unterschiedliche Stücke. Aber eines beeindruckte mich am stärksten, insbesondere wegen des jungen, sehr talentierten Solo-Violinisten Louis Vandory. Unglaublich wie er mit seinen jungen 18 oder 19 Jahren auf der Bühne steht mit solch einem Orchester. Er spielte mit den Philharmonikern von Max Bruch Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 g-Moll op. 26 (1868).
  4. Und was mich sehr im Bann gehalten hat die letzten Wochen, war das laufende Abitur meiner großen Tochter. Und nun hat sie es mit Bravour geschafft. Der Weg dahin wird ganz gut beschrieben durch What The Fuck von The Boxer Rebellion und The Road Ahead Is Golden von Jon and Roy. Ich bin so stolz auf sie!!!
  5. Außerdem bekam ich im Mai so liebevolle Worte gesagt, dass ich diese (wenn überhaupt) nur mit Love von Avec zurück geben kann.
  6. Abschließend mag ich euch noch mein Lieblingslied im Mai verraten. Warum es das ist, kann ich gar nicht so genau beschreiben. Eigentlich ist es recht eintönig. Aber jedes Mal, wenn ich es (meist auf radioeins) höre, finde ich es jedes Mal wieder toll! Baxter Dury singt Miami„.

 

#playlist_ 10ForAMonth ist aus – aber ohne Musik geht es nicht!

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Allgemein / Kunst / Musik

Ich habe es tatsächlich geschafft! Das komplette letzte Jahr habe ich monatlich meine 10ForAMonth playlist erstellt und hier bzw. in Spotify (Profil dort: oscillarformusic) veröffentlichen können. Ich bin da echt stolz drauf, da die Zeit dafür immer wieder genommen werden wollte. So sind viele tolle Songs zusammen gekommen, die meine Stimmungen und Erlebnisse zumindest indirekt im letzten Jahr widergespiegelt haben.

Die ersten Monate des Jahres hatte ich 1-2 Projekte, die neu starteten und die mir etwas weniger Zeit erlaubten, um mich um meine Musiksachen zu kümmern. Unter anderem auch deswegen gab es dieses Jahr keine neuen 10ForAMonth-Listen. Aber irgendwie spürte ich auch, dass sie sich ein wenig überlebt hatten. Ich mochte nicht mehr auf Zwang mindestens 10 neue Songs jeden Monat „finden müssen“. Aber so richtig was anderes fiel mir nicht ein und so ruhte das Thema die letzten Monate in mir, ohne jedoch nicht regelmäßig unterbewusst oder bewusst immer wieder mal von mir im Kopf behandelt zu werden.

Und dann merkte ich (mal wieder), dass Musik permanent bei mir stattfindet und mich in ganz vielen Lebenssituationen begleitet. Im April habe ich dann versucht, das mal ganz bewusst wahrzunehmen und mir zu notieren, wenn mir Musik in schönen und/oder bewegenden Situationen begegnete. So mochte ich das!

Ich werde nun einfach ab jetzt monatlich die Songs hier einstellen und mit kurzen Kommentar versehen bezüglich der Situation, der Gedanken und Erlebnisse, in denen sie mir über den Weg liefen. Vielleicht gefällt euch das auch.

  1. Mit meiner jüngeren Tochter hatte ich spontan an einem Abend Mamma Mia geschaut. Zwar kannte ich den Film schon länger, aber irgendwie hatte ich ihn noch nie von Anfang bis Ende gesehen. Und er hat mich einfach von der ersten bis zur letzten Minute bewegt. Wie gut die Songs zur Handlung gepasst haben. Und wieviele Erinnerungen habe ich selber an so viele Songs von ABBA. Eine sehr einprägsame Erinnerung hatte ich vor allem zu Voulez-Vous. Die kann ich hier aber echt nicht erzählen. Die kennt nur meine Tochter.
  2. Nachdem ich letztes Jahr ziemlich übel mit dem Fußgelenk umgeknickt bin, konnte ich lange Zeit nicht mehr joggen. Dieses Jahr nun endlich habe ich langsam wieder damit begonnen und letztens hatte ich bei Casper – Lang lebe der Tod das erste Mal wieder das Gefühl, „ins Laufen zu kommen“.
  3. Seit einigen Wochen habe ich mir angewöhnt, auf meinem halbstündigen Arbeitsweg interessante und gute (was natürlich immer relativ ist) podcasts anzuhören. Einer davon ist Hotel Matze , den ich wirklich nur empfehlen kann. Tolle Fragen für tolle Gäste. Ein anderer ist von Zeit online und heißt Frisch an die Arbeit. Dort werden Personen des öffentlichen Lebens nach einem leicht angepassten Fragebogen von Max Frisch zu ihrer jeweiligen Arbeit, ihrem Job oder zu ihrer Kunst befragt. Und zuletzt nun kam ein Interview mit der südkoreanischen Stargeigerin Ji-Hae Park. Ich kannte sie bis dahin auch nicht, fand aber insbesondere ihre Antworten sehr frei und offen und sehr besonders. Sie schildert viele persönliche Situationen, die sie bewältigen musste und wie die Musik lange Zeit nicht nur ihr Freund war. Und am Ende der Podcast-Folge wird ein Stück von ihr gebracht, was ohne das Gespräch zuvor vermutlich unglaublich kitschig auf mich gewirkt hätte. Nach dem Hören des Gesprächs aber hat man ein ganz anderes Verhältnis dazu. Probiert es aus! (Ich stelle euch hier allerdings ein anderes Stück von ihr ein. Liegt daran, dass das andere meiner Meinung ein Weihnachtslied ist oder jedenfalls ein Lied, ws ich mit Weihnachten verbinde (Auld lang syne)).
  4. Auch wenn ich mit seiner Musik keine besonderen Berührungspunkte hatte, so ist mir der Tod von Avicii (Tim Bergling) nah gegangen, Wie wahrscheinlich jeder Tod eines 28-jährigen, von dem ich erfahren würde. Wie wenig wir doch wissen von Menschen, die sich in der Öffentlichkeit zeigen (müssen). Wake me up!
  5. Und dann war da dieses phänomenale Konzert von Tocotronic im Alten Schlachthof in Dresden am  14. April 2018. Ich liebe die Band schon seit vielen vielen Jahren und ich hatte sie noch nie zuvor live gesehen. Ich freute mich einfach, dass mir meine Partnerin dieses schöne Geschenk gemacht hat und wir das gemeinsam erlebten. Die Jungs sind live einfach irre gut. Und ein Song, der mich immer wieder trifft und durch den ich jedes Mal wieder darüber nachdenken muss, wo ich denn leben will, oder eben auch nicht. „Aber hier leben, nein danke„! Wie prägnant sie sind!
  6. Ein schönes Treffen hatte ich in Weihenstephan mit einem lieben Ex-Kollegen. Und obwohl er echt noch jung ist, hört er doch tatsächlich Bayern 1. Ich will dem Sender nicht Unrecht tun. Aber ich dachte immer, ich könne ihn erst ab frühestens 60 hören, wenn überhaupt. Und als wir im Auto saßen, kam doch tatsächlich Geier Sturzflug mit „Bruttosozialprodukt„. Eigentlich viel zu lustig um traurig zu sein. Und scheinbar habe ich mich geirrt. Den Sender hören auch junge Leute.
  7. Auch wenn es kein Moment von mir im April war. Aber da ich mir nun schon seit mehreren Tagen die begeisterten Berichte (samt Bilder, Filmmitschnitte, playlists etc.) meiner scheinbar zu Bilderbuch-Groupies verwandelten Töchter zu ihrem Konzertbesuch bei Bilderbuch ebenfalls im Alten Schlachthof anhören musste (oder durfte?!), ist es auch irgendwie ein schöner Moment für mich geworden. Und mit „Maschine“ macht man ja auch nix verkehrt. Ein unglaublich guter Song zum Abschluss des Aprils!

#music_ Suede – The 2 of Us

Kommentare 2
Musik

Nur weil ich es gerade gehört habe und so viele Erinnerungen damit verbunden sind…und weil es eigentlich schon so alt und doch zeitlos ist…und weil ich es liebe und immer lieben werde….

Text:
Lying in my bed I think of you
That song goes through my head the one we both knew
In each line lies another line full of sacred sound
But you’re outside where the companies dream and the money goes round
Lying in my bed.
Watching my mistakes
I listen to the band they said that it could be the 2 of us
The snow might fall and write the lines on the silent page
But you’re outside making permanent love to the nuclear age
Two silhouettes by the cash machine make a lovers dance
It’s a tango for the lonely wives of the business class
Lying in my bed
Watching my mistakes
I listen to the band
Lying in my bed
With nothing much to say so I listen to the man
He said that it could be the 2 of us
I heard you call from across the city through the stereo sound
And so I crawled there sickeningly pretty as the money went round
Lying in my head watching my mistakes
I listen to the band
And the drums beat in my head
Pianos chime the sound in this prison of the house
And as the illness comes again can you hear me through the rain
As I listen to the band?
As I sing the silent song
Mime each lonely word
Please listen to the man he said that it could be the 2 of us
Alone but not lonely, you and me
Alone but loaded
Songwriter: Brett Anderson / Bernard Butler
Video: