#books_ Von David Grossmann: „Kommt ein Pferd in die Bar“

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Gesellschaft / Literatur

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf das Buch gekommen bin. Ich meine, ich habe irgendwann mal vor längerer Zeit eine Rezension dazu gelesen. Und vermutlich war sie gut und deswegen kaufte ich das Buch. Dafür muss man wissen, dass ich das sehr oft mache. Also Bücher kaufen, die irgendwo als gut beschrieben werden. Das Problem ist nur, ich komme mit dem Lesen nicht hinterher. Das ist dann auch der Grund, warum ich nicht mehr weiß, woher die Anregungen kamen. Und meine Wohnung füllt sich so langsam aber stetig mit immer mehr ungelesenen Büchern. Aber irgendwann lese ich die alle, bestimmt.

Aber zurück zu dem Buch. Nach den ersten Seiten zweifelte ich, ob es denn wirklich so gut sei. Ein Typ, scheinbar ein wenig wirr, tritt in einem Lokal oder einer Bar irgendwo in Israel auf. Es ist nicht ganz klar, in welcher Zeit es spielt. Irgendwie nicht ganz heute, vielleicht so um die 2000er Jahre. Er führt ein Programm auf. Die Leute sind wegen ihm gekommen. Es ist eine Art Stand-up-Comedy, die er vorführt. Jedoch gibt es immer Abschweifungen, seltsame hickups, Ausflüge in sein früheres Leben, die den Auftritt immer seltsamer erscheinen lassen. Und dies dauert relativ lange an, viele viele Seiten lang. Gleichzeitig ist es atemlos und man ist doch wieder neugierig darauf, wie es weiter gut. Und ich fragte mich ständig, was soll da noch kommen? Bleibt das so? Löst sich irgendwas überhaupt irgendwann auf? Was macht er noch für komische Sachen? Aus meiner Sicht ist der Bogen vielleicht etwas zu überspannt. Und mancher Geduldsfaden wird eventuell zu sehr auf die Probe gestellt. Allerdings lohnt es sich, dran zu bleiben. Auch wenn es manchmal weh tut, auch ab und zu schamvoll wird und man hin und her gerissen ist, wie man diesen Typen auf der Bühne nun finden soll.

Letzten Endes taucht er immer tiefer in seine Kindheit ab, immer länger und intensiver, und hat dabei auch Begleiter unter den Zuschauern. Klingt bisschen seltsam, oder? Ist es auch. Sprachlich ist es es jedoch total ergreifend und ich fühlte mich am Ende matt und kaputt und aufgewühlt. Es strengte mich beim Lesen an. Unzählige Gedanken blieben in meinem Kopf. Was war wie gemeint und wie geht es weiter. Aber ich will nicht zu viel verraten.

Es zu lesen, lohnt sich auf jeden Fall. Und Zufall oder nicht, bewusst oder unbewusst. Einige Tage später redeten meine Tochter und ich sehr lange mit meinen Eltern über ihre jeweiligen Kindheiten. Und ein wenig verbanden sich die Geschehnisse in dem Buch mit den Erlebnissen meiner Eltern als Kinder. Manches war durchaus ähnlich dramatisch und traurig!

Der Autor

Systemisches - Denken - Wirtschaften

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