#article_ Ein Buch von Botho Strauss – „Herkunft“

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Literatur

Ich hatte mir das Buch geholt, da ich mich gedanklich aufgrund meiner momentanen Coaching-Ausbildung (natürlich) etwas mehr als sonst mit mir, meiner Familie, meiner Geschichte und demnach auch mit meiner Herkunft beschäftige. Da schien mir die Beschreibung zu dem Buch und (selbstredend) der Titel passend.
Botho Strauss kannte ich schon von einem früher gelesenen Buch („Mikado“), demnach war mir seine Ausdrucksart, sein Schreibstil ansatzweise bekannt. Nichtsdestotrotz schien es mir in diesem Buch, als ob er besonders „gestelzt“ und „kunstvoll“ sein wollte. Dadurch kam ich irgendwie trotz des schmalen Bandes nicht recht vorwärts, das Lesen ging nicht ganz so flüssig. Muss jetzt kein negativer Punkt sein. Oft macht es ja durchaus Sinn, nicht einfach über den Text hinwegzufliegen und „hängenzubleiben“, um auch die Gedanken schweifen zu lassen.
Allerdings, aus meiner Sicht gab es jetzt nicht so viel, an dem man inhaltlich hängen bleiben musste. Es geht hauptsächlich um das Verhältnis des Autors zu seinem Vater und um die Beschreibung von Verhaltensweisen des Vaters und der Interpretation derselben. Rückblenden in die Kindheit von Strauss werden Gefühle gegenübergestellt, die er hat, wenn er „heute“ in die frühere mit den Eltern gemeinsam bewohnte Wohnung geht, diese auflösen muss.
Das alles liest sich wie eine Aneinanderreihung von Gedanken, die Strauss hinsichtlich seiner Herkunft hat. Und für ihn selber ist dies sicher eine gute Sache und sprachlich war er wie gesagt auch anspruchsvoll unterwegs. Jedoch gab es für mich nichts, was mich reingezogen, beteiligt hat beim Lesen. Auch die Figur des Vaters war eine für die Zeit sicher sehr typische. Da kann jetzt niemand was dafür, aber für Außenstehende fehlt aus meiner Sicht etwas der Reiz.
Ich schaute Strauss also bei seiner Reflexion zu. Das kann man machen, muss es aber nicht. Beides ist denkbar, aber beides auch verzichtbar.

Der Autor

Systemisches - Denken - Wirtschaften

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