#article_ Alles inklusive – Film von Doris Dörrie

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Film / Gesellschaft

Gestern Abend bin ich echt erst spät aus dem Büro gekommen und brauchte einfach mal irgendwas im TV, um bisschen runterzukommen. Auf ZDF kam Lanz (wie immer irgendwie), der würde mir aber sicher nicht helfen. Weiter zur ARD, und da waren gleich in einer ersten Szene einige meiner lieberen Schauspieler zu sehen. Da blieb ich also hängen und ließ den Film laufen, er hatte scheinbar auch grad erst angefangen. Es war der oben genannte.

Erst heute im Nachhinein habe ich gesehen, von wann und wem der Film war, auch habe ich heute erst die eher mittelmäßigen Kritiken gelesen. Wie immer bei sowas, alles Geschmackssache.

Ob der Film jetzt technisch und dramaturgisch gut war?! Keine Ahnung! Zu Doris Dörrie kann man ja auch so oder so stehen. Ich jedenfalls war am Ende des Films sehr glücklich, dass ich ihn mir angeschaut habe und er hatte mich einfach auch schön berührt. Vielleicht passte er ja auch grad gut zu meiner Stimmung, wer weiß das schon so genau.

Ich mag Euch jetzt nicht die Handlung lang und breit beschreiben und wer die guten Schauspieler waren. Das könnt ihr gern alles hier nachlesen. Aber ich mag Euch sagen, warum mir der Film gefallen hat.

Allein dass die Musik von Sven Regner war, ist ja schonmal ein guter Anfang. Und irgendwie passt seine Musik auch zu den Menschen und Vorkommnissen in diesem Film. Etwas skurril eben.

Die Figuren sind gut gezeichnet und werden von den jeweiligen Schauspielern (fast allen zumindest) einfach gut, oft rührend und schön authentisch dargestellt. Und auch wenn sie (also die Figuren im Film und nicht die Schauspieler) im Grunde alle mehr oder weniger gescheiterte Existenzen sind (was man zumindest im Allgemeinen so dafür hält), so werden sie nie zur Schau gestellt oder dem Zuschauer ausgeliefert. Manches ist ab und zu sicher überzogen, aber Film sollte das ja auch dürfen. Nichtsdestotrotz denkt man oft…oh Mann…wie bekloppt…aber ja…kann schon sein…kann es dir nicht selber auch mal so gehen?! Die Menschen kommen einem einfach nah.

Wer sich manchmal Gedanken darüber macht, inwieweit und vor allem wie lange die Eltern für das eigene Leben verantwortlich gemacht werden können (oder eben auch nicht) … wer es mag, Ambivalenzen in manchmal konfusen Leben zu beobachten, wie sie ausgehalten bzw. auch ausgelebt werden (und das für sein eigenes Leben zu spiegeln) … wer es mag,  sich damit auseinanderzusetzen, wie relevant Vergangenheit für Gegenwart und Gegenwart für Zukunft ist (oder andersrum)…dem sei der Film wirklich empfohlen! Außerdem gibt es viele kleine Szenen und Gesten, die einfach schön eingefangen und rührend sind.

Nicht alles ist immer zu Ende erzählt, manchmal etwas viele Stränge, nicht alles ist immer genau erklärt. Aber da der Film ja eher für Erwachsene gemacht ist, so kann man ihn vielleicht ja auch nicht nur als Antwort auf irgendwelche Fragen sehen, sondern vielleicht als Anregung weiter zu denken und sich Fragen zu stellen. Habt Spaß damit!

Der Autor

Systemisches - Denken - Wirtschaften

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