20.000 Days on Earth – Im Leben von Nick Cave

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Film / Musik

20.000 Days on Earth

Zugegeben…ich weiß nicht, WIE LANGE ich ihn schon mag, diesen schrägen, dunklen Typen. Und deswegen ist alles, was ich jetzt hierüber schreibe, wohl unter diesem Aspekt zu betrachten. Sprich, es wird eher positiv sein.

Wie habe ich mich gefreut, als ich gelesen habe, dass dieser Film kommen wird. Und es war klar, dass ich ihn mir anschauen werde. Und so saß ich gestern in meinem Lieblings-Kino, ein Glas Rotwein in der Hand und um mich herum ihm scheinbar ebenso wohlgesonnene Menschen.

Der Film ist eine Mischung aus Fiktion und Realität. Manchmal weiß man einfach nicht, ist er das nun wirklich oder doch nicht. Es gibt eine Szene, wo er bei einer Art Therapeuten ist. Sie ist berührend, gleichzeitig wirkt er manchmal aber auch aufgesetzt, um gleich im nächsten Moment wieder so tief zu sein, dass es einem die Beine wegzieht. Ich mochte dieses Hin und Her, das Rätseln um ihn.

Bewegend, immer wieder, die Aufnahmen, bei denen man Zeuge davon wird, wie seine Lieder entstehen, textlich wie auch musikalisch. Das alles ist famos und teilweise wirklich mitreißend von den Regisseuren umgesetzt.

Es gibt ein Thema, was sich durch den ganzen Film zieht…er nennt es „Transformation“. Es scheint eine starke Antriebsfeder für ihn und sein Schaffen zu sein. Er will durch seine Kunst jemand anders sein, auf der Bühne zu jemand anderem werden. Und er glaubt, dass das wohl in jedem Menschen steckt. Und das kann ich zumindest aus meiner ganz persönlichen Sicht bestätigen.

Und es passt auch sehr gut zu dem ganzen Film. Man spürt, wie dieser, obwohl sehr schräge, auch eitle, trotzdem unglaublich beeindruckende Typ,  sich konstruiert…sich seine Wirklichkeit konstruiert, damit auch konstruiert, wie er wirkt und was er sein will. Genau deswegen packt mich die Art des Filmes auch. Es ist klar, dass es gar keine „echte“ Doku sein will. Es ist eine Konstruktion der Person Nick Cave. So wie er sich gern von anderen sehen lassen will. Und für mich stellt sich damit die Frage (warum eigentlich erst jetzt?!), ob eine Doku, egal ob über Politiker, Musiker, wen auch immer, überhaupt „echt“ sein kann. Es wird immer eine Konstruktion sein!

Also sei dieser Film all‘ jenen ans Herz gelegt, die Nick Cave lieben und mögen. Sie werden es danach noch mehr tun. Alle anderen können ihn sich trotzdem anschauen, weil er bei aller Fiktion einen kleinen Einblick in das Leben eines Künstlers gibt…dessen Intensität und manchmal auch Besessenheit zeigt, ohne die er vermutlich nicht das geworden wäre, was er heute ist.

Wunderschönes Ende!

Der Autor

Systemisches – Denken – Wirtschaften

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