Wie relevant sind soziale Medien für politische Wahlen?

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Gesellschaft / Medien / Politik

Um es vorwegzunehmen – scheinbar weniger relevant als gedacht. Schon lange habe ich mir darüber Gedanken gemacht, wie stark oder eben auch wie gering der Einfluss politischer Aktivitäten in Social Media wohl sei.

Die letzte BTW hat gezeigt, dass der Einfluss auf Entscheidungen der Wähler wohl überschätzt wird bzw. wurde. Der Großteil der relevanten Wählergruppen ist noch nicht in dem Maße im Netz angekommen, wie es sich Parteien wie die Piraten oder auch aufstrebende (Jung-) Politiker aller anderen Parteien erhofften oder andere auch befürchteten. Gemessen an den Aktivitäten mancher Parteien im Netz, der für die „Bewirtschaftung“ der sozialen Medien aufgewandten Zeit und Aufmerksamkeit ist das daraus erhoffte (gute Wahl-)Ergebnis doch sehr enttäuschend. So mancher im Netz riesig aufgebauschter Shit-Storm erweist sich dann sozusagen gesamtdeutsch gesehen doch eher als Sturm im Wasserglas, den die größere Anzahl der Bewohner unseres Landes gar nicht oder nur am Rande mitbekommt und scheinbar auch keine größere Bedeutung beimisst. Anhand der Äußerungen einiger Netzakteure nach der Wahl (Lauer) wird auch die Einsicht in die eigene Irrelevanz der Netzaktionen deutlich.

Ich hatte vor einigen Wochen selbst ausprobiert, was bei mir passiert, wenn ich einfach mal einige Zeit meine „Twitterwirklichkeit“ ausblende und bewusst die dort geführten Diskussionen nicht weiter verfolge. Und es trat ein, was man vermutet…nichts, rein gar nichts. Es ist wie mit allem, wenn man sich zu sehr auf eine Sache konzentriert. Man blendet andere Dinge im Umfeld aus und misst dem, womit man sich beschäftigt oft eine (viel) zu hohe Bedeutung zu. Natürlich darf man die sozialen Medien auch bei einem Wahlkampf nicht vernachlässigen. Aber es hat sich gezeigt, dass sie eben auch nur EIN Teil des Ganzen sind und Parteien wie die Piraten sich einfach auch außerhalb des Netzes bewegen und auch umfänglicher mit anderen als Netzthemen profilieren müssen, um vielleicht doch mal in Land- und Bundestage einziehen zu können.

Der Autor

Systemisches – Denken – Wirtschaften

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